12. Februar 2008



"Ich bin die Auferstehung und das Leben:
Wer an mich glaubt, wird leben"

Abendmessen in der Fastenzeit

14. Februar:
"Jesus fastete 40 Tage und wurde in Versuchung geführt"

21. Februar:
"Er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne"


28. Februar:

"Das Wasser, dass ich gebe, wird zur sprudelnden Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt"

6. März:
"Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen"

13. März:

"Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben"

Jeweils donnerstags, um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche
St. Bonifatius in Sundwig

6 Kommentare:

Michi hat gesagt…

Also, ich glaub, da geh ich nicht hin...

Silke hat gesagt…

14. Februar: "Jesus fastete 40 Tage und wurde in Versuchung geführt"

Michael, weil Du ja noch krank bist und leider noch daheim bleiben musst, hier für Dich aus dem bereits zitierten Büchlein, das mich schon durch den vergangenen Advent begleitet hat:

"Führe uns nicht in Versuchung"

Diese Bitte sollen wir ernsthaft beten. Der Herr wußte, was Anfechtung ist und welcher Zerreißprobe der Mensch in der Anfechtung ausgesetzt werden kann. Und wer ist seiner sicher? In den ,,schönen Tagen“ überhören wir diese Bitte leicht als für uns nicht aktuell. Bis auf einmal die schönen Tage vorbei sind und man gar nicht mehr weiß, aus wieviel Windrichtungen die Stürme zugleich losgebrochen sind. Der Weg auf meine Klippe hier herauf: durch wieviel Stunden der Schwäche und Not ging er. Stunden der Ohnmacht und des Zweifels und des Nicht-mehr-weiter-Wissens. Oh, wie können die Dinge ihre wahren Umrisse verlieren und plötzlich in anderen Zusammenhängen erscheinen. Und die Stunde der Anfechtung wird niemand geschenkt. Nur in ihr lernt der Mensch sich selbst kennen und ahnt, welche Entscheidungen von ihm erwartet werden. Hoffentlich bleibe ich da oben schwindelfrei und stürze nicht wieder. Ich habe mich dem Herrgott ausgeliefert und vertraue auf die Hilfe der Freunde.

Die Anfechtung überfällt uns von außen und von innen. Die Macht, die Gewalt, der Schmerz, die erlebte Erniedrigung, das eigene Versagen, der schweigende Gott, die äußerste Hilflosigkeit: das alles kann bittere Entscheidungen fordern. Es kann dann von innen die Angst dazukommen, jenes schleichende Gewürm, das jede Menschensubstanz auffrißt. Es kann die Dämonie von innen losbrechen, die Wildheit, die Empörung, der Zweifel, der Lebenswille, der nicht von sich weg will. Das alles kann bittere Stunden bereiten, und die Welt ist nachher anders, als sie vorher war. Die Haut ist gegerbt, trägt Narben und Wunden.

Die einzige Chance, diese Stunden zu bestehen, ist der Herrgott und daß man sich nicht freiwillig in sie begeben hat. Der Herr heißt uns bitten, daß diese Stunden uns erspart bleiben. Ich rate allen, diese Bitte ernst zu nehmen. Was war das doch ein Hexenkessel! Und wie es weitergehen wird, wie lange ich hier an der Kante sitze und warte, ob ich springen muß oder nicht, das weiß ich nicht. Was da noch alles an Gewürm in einem aufwachen kann! Der Mensch muß auf alle falsche Sicherheit verzichten, und er wird der großen Ruhe und Überlegenheit des Herrgotts teilhaftig. Wie ganz anders waren die Stunden vor dem Volksgerichtshof. Obwohl ich vom ersten Wort an wußte, ich falle, habe ich mich keine Minute unterlegen gefühlt. Das war jenseitige Kraft. Dafür hat das Leben dort auch ein Thema bekommen, eindeutig und klar, für das sich zu leben und zu sterben lohnt. - Wenn irgendwann, dann gilt es für den Menschen in der Anfechtung: er allein schafft es nicht. Der Herr bewahre Euch und behüte Euch und helfe Euch bestehen.

Alfred Delp

Silke hat gesagt…

21. Februar: "Er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne"

... Obwohl ich vom ersten Wort an wußte, ich falle, habe ich mich keine Minute unterlegen gefühlt. Das war jenseitige Kraft.
DAFÜR HAT DAS LEBEN DORT AUCH EIN THEMA BEKOMMEN, EINDEUTIG UND KLAR, FÜR DAS SICH ZU LEBEN UND ZU STERBEN LOHNT. (Alfred Delp)

"Man muss im Leben darauf achten, wann für einen das Stichwort fällt." (Sören Kierkegaard)

Silke hat gesagt…

28. Februar:
"Das Wasser, dass ich gebe, wird zur sprudelnden Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt"

Hi Michael, schon einmal zeigte ich Dir ein biblisches Motiv im "Kleinen Prinzen". Hier folgt nun ein weiteres zu der Begegnung am Jakobsbrunnen (Joh 4, 5-42):

Es war am achten Tag nach meiner Panne in der Wüste, als ich den letzten Tropfen meines Wasservorrats trank: "Ach", sagte ich zum kleinen Prinzen, " ich habe nichts mehr zu trinken und wäre glücklich, wenn auch ich ganz gemächlich zu einem Brunnen gehen könnte!". "Ich habe auch Durst ... suchen wir einen Brunnen ..." Ich machte eine Gebärde der Hoffnungslosigkeit: es ist sinnlos, auf gut Glück in der Endlosigkeit der Wüste einen Brunnen zu suchen. Dennoch machten wir uns auf den Weg.

Der Brunnen, den wir erreicht hatten, glich nicht den Brunnen der Sahara. Die Brunnen der Sahara sind einfache, in den Sand gegrabene Löcher. Dieser da glich einem Dorfbrunnen. Aber es war keinerlei Dorf da. "Das ist merkwürdig", sagte ich zum kleinen Prinzen, "alles ist bereit: die Winde, der Kübel und das Seil ..." Er lachte, berührte das Seil, ließ die Rolle spielen. Und die Rolle knarrte wie ein altes Windrad, wenn der Wind lange geschlafen hat. "Du hörst", sagte der kleine Prinz, "wir wecken diesen Brunnen auf und er singt " "Ich habe Durst nach diesem Wasser", sagte der kleine Prinz, "gib mir zu trinken." Und ich verstand, was er gesucht hatte. Ich hob den Kübel an seine Lippen. Er trank mit geschlossenen Augen. Das war süß wie ein Fest. Dieses Wasser war etwas ganz anderes als ein Trunk. Es war entsprungen aus dem Marsch unter den Sternen, aus dem Gesang der Rolle, aus der Mühe meiner Arme. Es war gut fürs Herz, wie ein Geschenk.

>Es gibt im Leben Begegnungen, die durstlöschend und herzerfrischend sind.<

Silke hat gesagt…

6. März: "Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen"

Michael, Du hättest kommen sollen. Zum heutigen Evangelium wurde aus dem "Kleinen Prinzen" zitiert. Naheliegend oder Zufall?

Da ich grundsätzlich bei allem immer den Kontext suche, um mir ein genaueres, umfassenderes Bild von einer Aussage, einer Situation oder auch meinem Gegenüber machen zu können, liefere ich ihn an dieser Stelle nach:

»Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, daß die deine einzig ist in der Welt. Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken.«

Der kleine Prinz ging, die Rosen
wiederzusehen: »Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts«, sagte er zu ihnen.
Niemand hat sich euch vertraut gemacht und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie
hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt.« ...

Und er kam zum Fuchs zurück:
»Adieu«, sagte er. »Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.« »Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz,
um es sich zu merken. »Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig.« »Die Zeit, die ich für meine Rose verloren habe...«, sagte der kleine Prinz, um es sich zu merken.

>>Nicht vergessen! Merken!<<

Silke hat gesagt…

13. März: "Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben"

Jetzt schauen wir in einen Spiegel
und sehen nur rätselhafte Umrisse,
dann aber schauen wir
von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin ...

(Paulus an die Korinther)