5. Februar 2008

Zum Sehen geboren,
zum Schauen bestellt,
dem Turme geschworen,
gefällt mir die Welt.

Ich blick' in die Ferne,
ich seh' in der Näh',
den Mond und die Sterne,
den Wald und das Reh.

So seh' ich in allem
die ewige Zier,
und wie mir's gefallen,
gefall' ich auch mir.

Ihr glücklichen Augen,
was je ihr gesehn,
es sei wie es wolle,
es war doch so schön!

(Goethe, Faust II)

1 Kommentar:

Silke hat gesagt…

Den wichtigen Türmerdienst der Vergangenheit durften nur ehrbare und zuverlässige Bürger ausüben. Diese wurden vom Volk geehrt, konnte sich doch der Städter in guter Obhut seiner Nachtruhe hingeben. Selbst Meister Goethe widmete dem Beruf des Türmers Zeilen. Im 5. Akt von Faust II preist der Türmer Lynceus sein Amt im Reiche der Dohlen und Turmfalken mit seinem Lied, dem "Türmerlied".

Nebenbei bemerkt: Der Titel Bischof kommt laut Dr. Walter Mixa, dem Bischof von Eichstätt, aus dem Lateinischen und bedeutet: “Der Wächter auf dem Turm”.
(http://www.brennessel.com/brennessel/rubriken/
12art04 /allgemein_eichstaetter_kopfe.php)