21. April 2008

"Probe aufs Exempel"

Sören Kierkegaard (1840):

Dieser empfiehlt eine Probe aufs Exempel. Man soll sich vorstellen, einen Gelehrten und einen Forscher. Einen Wissenden und einen Suchenden. Stell dir, einen Apostel und einen Prof. d. Theologie nur einmal als lebenden Zeitgenossen Jesus vor!!!

Ein Gläubiger ist jemand der Jesus auf dem Weg nach Golgatha nachfolgt.Was aber tut der Prof. der Theologie? Er kommt mit!
Jesus wirkt Wunder und verkündet die Gottesherrschaft - der Professor kommt mit: erster Abschnitt seiner Aufzeichnung:
"Ort und Wort der Person Jesus."
Jesus treibt Dämonen aus und wird auf dem Berg verklärt - der Professor kommt mit: Zweiter Abschnitt seiner Aufzeichnung: "Mystische Elemente im NT aus der Vorstellungswelt der Antike."
Jesus wird verurteilt und gekreuzigt - der Dozent der Theologie hat Mühe mitzukommen, denn die Ereignisse überschlagen sich, aber er schafft es ... Letzter Abschnitt seiner Aufzeichnungen:
" Die Heilsbedeutsamkeit der Selbsthingabe des Sohnes an den Vater und die Geistsalbung des Leibes Christi in der Diesselbigkeit des Gekreuzigten mit dem Auferstandenen."

Das Resultat:
Anstatt der Dornenkrone trägt der Dozent der Theologie einen Doktorhut, statt der Fesseln des Verhafteten in Gethsemane umkränzt man ihn mit der Kette der Rektorenwürde, statt des Spottmantels der römischen Kohorten umgibt man ihn mit dem Samt und Hermelin des Hofstils der eitelsten und geckenhaftesten Renaissance-Fürsten.


Es ist das größte Gaunerstück der Weltgeschichte, derartig das "Erhabene" zu "verkünden", das man sich selbst vom Leibe hält.

5 Kommentare:

Silke hat gesagt…

Hallo, besonders an Lisa, die mich an Kierkegaard und damit auch an einen Text über die Nachfolge erinnerte, den wir vor Jahren einmal bei einem Besinnungsabend zum Thema "Mit-ein-ander in der Kirche" zur Diskussion stellten.

Silke hat gesagt…

>>Der sechste Planet war zehnmal so groß. Er war von einem alten Herrn bewohnt, der ungeheure Bücher schrieb. "Da schau! Ein Forscher!" rief er, als er den kleinen Prinzen sah. Der kleine Prinz setzte sich an den Tisch und verschnaufte ein wenig. Er war schon so viel gereist! "Woher kommst Du?" fragte ihn der alte Herr. "Was ist das für ein dickes Buch?" sagte der kleine Prinz. "Was machen Sie da?" "Ich bin Geograph" sagte der alte Herr. "Was ist das, "ein Geograph"?" "Das ist ein Gelehrter, der weiß, wo sich die Meere, die Ströme, die Städte, die Berge und die Wüsten befinden." "Das ist sehr interessant", sagte der kleine Prinz. "Endlich ein richtiger Beruf!". Und er warf einen Blick um sich auf den Planeten des Geographen. Er hatte noch nie so einen majestätischen Planeten gesehen. "Er ist sehr schön, Euer Planet. Gibt es da auch Ozeane?" "Das kann ich nicht wissen", sagte der Geograph. "Ach!" Der kleine Prinz war enttäuscht. "Und Berge?" "Das kann ich auch nicht wissen", sagte der Geograph. "Aber Ihr seid Geograph! - Und Städte und Flüsse und Wüsten?" "Auch das kann ich nicht wissen." "Aber Ihr seid doch Geograph!" "Richtig", sagte der Geograph, "aber ich bin nicht Forscher. Es fehlt uns gänzlich an Forschern. Nicht der Geograph geht in die Städte, die Ströme, die Berge, die Meere, die Ozeane und die Wüsten zählen. Der Geograph ist zu wichtig, um herumzustreunen. Er verlässt seinen Schreibtisch nicht. Aber er empfängt die Forscher. Er befragt sie und schreibt sich ihre Eindrücke auf.<<

Silke hat gesagt…

Und dann wäre da auch noch die Frage, die uns seit der ersten diesjährigen Abendmesse in St. Bonifatius beschäftigt: Wer ist Kundschafter?

Lisa hat gesagt…

Stellenangebot (für Kundschafter)

Gesucht:
Mensch

Belanglos:
Alter
Herkunft
Zeugnisse

Geboten:
Betägungsfelder für jede Begabung
gemäß Mt 25,35-36 sowie Kor 12,4-6

Arbeitszeit:
nicht fest geregelt

Vergütung:
Mt 25,34 und Mt 25,40

Fähigkeiten:
offene Herzen
sehende Augen
hörende Ohren
helfende Hände
Sachverstand

Fortbildung:
laufend möglich

Bewerbungen:
Kennwort "Christ sein"

Silke hat gesagt…

Persönlicher Begleitbrief für Forschungsreisende oder Kundschafter:

Liebe/r ...... !!!

Fürchte dich nicht!
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen,
Jes 43,1
von allem Anfang an. Du bist mein und ich bin dein.
Du bist mein Geliebter Sohn, meine geliebte Tochter, an dir habe ich immer Wohlgefallen.
Lk 3,22
Ich habe dich in den Tiefen der Erde geformt und dich im Schoß deiner Mutter gewoben.
Ps 139
Ich habe dich in meine Hand geschrieben,
Jes 49,16
habe dich im Schatten meiner Flügel geborgen.
Dtn 32,11
Ich blicke auf dich mit unendlicher Zärtlichkeit und sorge mich um dich mit einer Sorge, die noch viel tiefer geht als die Sorge einer Mutter um ihr Kind.
Jes 49,15
Ich habe jedes Haar deines Hauptes gezählt
Mt 10,30
und jeden deiner Schritte geleitet.
Sprichw 20,24
Wo immer du hingehst, gehe ich mit dir, und wo immer du ruhst, wache ich über dich.
Ich will dir Nahrung geben, die all deinen Hunger sättigen wird,
Joel 2, 23
will dir einen Trank geben, der all deinen Durst stillen kann.
Joh 4,14; Joh 6,35
Ich will mein Angesicht nicht vor dir verbergen.
Num 12,8
Du weißt, dass ich dir gehöre, und ich weiß, dass du mir gehörst.
Ex 19,5; Dtn 7,6
Du gehörst zu mir. Ich bin dein Vater,
Mt 6,8
deine Mutter,
Hos 11,4
dein Bruder, deine Schwester, dein Liebhaber
Jes 54,6
und dein Gemahl.
Jes 54,5
Ja, ich bin sogar dein Kind. Wo immer du sein wirst, will auch ich sein. Nichts wird uns jemals trennen können. Wir sind eins.


(Liebesbrief Gottes aus Henri J.M. Nouwen, Du bist der geliebte Mensch; Freiburg)