8. Dezember 2008

"Advent ... lauschen ... auf die leisen Töne"

Ich glaube,
dass das Sanfte
stärker ist als das Harte.

Ich glaube,
dass die Erde
der Sanften bedarf.

Ich glaube,
dass die wahre Revolution
die Wandlung zum Sanften sein wird.

Ich glaube,
dass die Sanftheit keine Sache der Geburt,
sondern des Mutes ist.

Ich glaube,
dass Gott sich als der unbedingte Grund
des Sanften erweist.

Es bedarf nicht des Mutes, unsanft zu sein.

Es ist gegen den herrschenden Trend, sanft zu sein.

Sanft zu sein,
ist nicht gegen einen zeitweiligen,
sondern gegen einen Dauertrend des Menschen.

Der Mut, sanft zu sein,
ist darauf aus,
einen Dauertrend der menschlichen Natur
zu brechen,
zu wandeln,
umzukehren.

Der Mut, sanft zu sein,
bedarf also einer "übermenschlichen" Kraft -
einer Kraft, die von Gott kommt.

Der Mut der Sanftheit
ist ein "übernatürliches" Element
im natürlichen Verhalten.

Wolfgang Dietrich

(aus: Vom Mut, sanft zu sein. Variationen zur 3. Seligpreisung)

3 Kommentare:

Silke hat gesagt…

Da sagt ein Schüler zum Rabbi:„Manchmal fühle ich mich, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend. Welcher der beiden wird den Kampf um mein Herz gewinnen?"
"Der Wolf, den du fütterst", antwortet der Rabbi.

Michi hat gesagt…

Sanftmut den Männern, Großmut den Frauen, Liebe uns allen, weil wir sie brauchen.

Sanft sein, das heißt eben nicht, weichlich, schwach, ohne Selbstwertgefühl zu sein. Sanft sein ist das größte Zeichen für Stärke, Mut, Selbstbewusstsein ohne Selbstüberschätzung. Für Liebe, bedingungslos, die von Gott kommt.

Wir haben die Wahl, Stark zu sein. Wir haben die Wahl, Sanft zu sein.
Warum hart Stärke zeigen, wo durch Sanft sein die größte Stärke des Menschen deutlich wird?!

Silke hat gesagt…

Paulus spricht in seinen Briefen häufig über seine Schwäche.

Jesus sagt von sich selbst,
dass er sanftmütig sei ...

GOTT?
Ich glaube an einen GOTT, dessen größte Schwäche der Mensch ist.

Und wir?

Wir haben die Wahl
Du und ich, wir haben die Wahl:
uns für die Liebe zu entscheiden,
für die sanfte Hand,
die beim Aufbau des Lebens zupackt,
für den mitmachenden Blick,
für die Zuwendung,
die angstfreie Räume schafft,
für dein und mein Wachstum,
wenn auch durch Schmerzen.
Es ist unsere Wahl.

Wir müssen sie treffen
gegen die Trägheit des Herzens,
gegen unsere Vordergründigkeit,
gegen alle gutklingenden Ausflüchte und Erklärungen, die uns doch nur in die Einsamkeit führen.

Dazu brauchen wir den Mut zur Standhaftigkeit
gegen jede Zerstörung,
den Mut zur Festigkeit
gegen die Ordnung, die den Tod verbreitet,
und den Mut zur Entschiedenheit
gegen die Hoffnungslosigkeit,

den Mut, dein Leben so zu lieben wie mein eigenes und mich in dein Herz aufnehmen zu lassen.

(Ulrich Schaffer)


Haben wir eine Wahl?