5. Dezember 2007

Am stillen Tag

Die Erde schweigt, die Toten schlafen,
was sie betraf, liegt sternenweit.
Ihr Boot, ihr Segel fand zum Hafen:
gestillt nun Weltlust, Not und Leid.

Die Stille steht wie in Gedanken
auf stummen Hügeln, moosverziert.
Herbstreife Astern traumhaft schwanken,
wenn kühl sie nur ein Hauch berührt.

Schneebeeren fallen an der Mauer,
im Scharlach prunkt der wilde Wein.
Ein Amselton spinnt süße Trauer
um Schrift und Kreuz und Marmelstein.

Erschöpft ein Blatt sinkt von den Zweigen,
von unsichtbarer Hand gelöst.
Was ist der Tod? - Die Gräber schweigen
vom Rätsel das du nie verstehtst.

(Verfasser unbekannt)

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