22. Juni 2008

Der ontologische Gottesbeweis von Anselm von Canterbury

„Das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, kann nicht nur im Verstand existieren. Denn wenn es nur im Verstand existiert, dann kann gedacht werden, dass auch in der Wirklichkeit existiert, was größer ist. Wenn daher das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, nur im Verstand existiert, dann ist das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, etwas, worüber hinaus Größeres gedacht werden kann. Aber das kann nicht sein.“

2 Kommentare:

Lisa hat gesagt…

So das versprochene Rätsel von meinem Freund Anselm ;)...

(Ontologie ist die Leher vom "sein")

Silke hat gesagt…

Huhu Lisa! Über Anselm, Thomas und Co. habe ich die EM und das heutige Spiel ganz vergessen, bei dem ich dich nicht stören wollte. Seit Tagen hänge ich der Frage nach, ob Philosophie nicht purer Luxus ist und erinnerte mich etwas wehmütig an einen freundlichen Salesianerpater, der einmal traurig darüber klagte, dass seine einstige Leidenschaft für "das Denken" im späteren Geschäft überhaupt niemals mehr angefragt worden sei. Die hohe Theologie und der normale Gemeindealltag brachte mich auf die Aussenansicht von Kirche: Wie werden wir von der Perepherie her wahrgenommen?

Die Kirche hat mit großen Vertrauensverlusten zu kämpfen. Die Gründe dafür sind bekannt und leider unschwer nachvollziehbar. Das schwindende Vertrauen sehe ich als dringlichstes Problem an. Um dem wirksam zu begegnen, braucht es weit mehr als nette Gutmenschen. Es braucht Hinterfragbare, die zeigen, man kann durchaus glauben, ohne das Denken und das Selbstdenken aufzugeben. Im Gegenteil: Beides fördert einander!

Und genau an diesem Punkt bricht dann doch mal wieder mein Temperament durch und mein sehnsüchtiger Wunsch nach mehr "Arbeitern für den Weinberg". Dabei bin ich mir ganz sicher, dass GOTT auch heute noch ausreichend Menschen beruft. Wir aber zu wenig Raum und Möglichkeiten schaffen diese Berufungen auszuleben.

Ich will für unsere Kinder keinen "Vanillepudding-Gott". Solch ein verlieblichter GOTT ist uninteressant und oberflächlich. Und noch schlimmer, nicht ernstzunehmen und tragfähig. Solch ein GOTT meint es zwar immer gut mit mir, lässt mich aber sonst in Ruhe ...

Damit erziehen wir unsere Kinder zwangsläufig zum Atheismus!
Wo das Denken gefürchtet wird,
da kann kein Glaube wachsen!

Sorry, damit bin ich jetzt weit von deinem Rätsel abgekommen.
Du hast doch sicherlich den Kontext dieser extrem harten Nuß vorliegen? ;-)