30. August 2008

"Jeremia"



Jer 20, 7-9

Das Wort des Herrn bringt mir Spott und Hohn
Lesung aus dem Buch Jeremia
7 Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören; du hast mich gepackt und überwältigt. Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich.
8 Ja, sooft ich rede, muss ich schreien, „Gewalt und Unterdrückung!“ muss ich rufen. Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Spott und Hohn.
9 Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen!, so war es mir, als brenne in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinem Innern. Ich quälte mich, es auszuhalten, und konnte nicht.

An diesem Wochenende begegnen wir wieder einmal dem Propheten Jeremia, mit dem wir uns bereits lange Zeit beschäftigt haben. Jeremia, der so viel von sich selbst zeigt wie kaum eine andere biblische Gestalt. Wenn ich Jeremia ansehe, dann muss ich immer an ein kurzes Gedicht von H. Domin denken:
"Fürchte dich nicht!/Es blüht/Hinter uns her"
Das scheint mir gut zu Jeremia zu passen, den nichts nach vorn zog, der keiner blühenden Hoffnung folgte; der aber stets von hinten weiter geschubst wurde.

1 Kommentar:

Michi hat gesagt…

Ja, dieses von hinten geschubst werden, wer kennt das nicht. Irgendwie ist jeder von uns doch ab und an wie Jeremia, oder?