
Wenn du
im Dunkel des Morgens
zu den Gräbern des Lebens gehst
in deinem Herzen mehr Nacht noch
als dämmernder Tag
wenn deine Trauer nicht enden will
über alles, was du zu Grabe trugst
deine Hoffnungen, Pläne, gescheiterte Liebe
deine lebendige Sehnsucht, die mitten im Leben erstarb
der Sinn deiner Gegenwart, von dem du glaubtest,
er trüge dich in die blühende Zukunft
und über die Zukunft hinaus
dann erinnere dich
dass schon einmal einer
der Hoffnung und Sinn für so viele war
verspottet, gescheitert, ums Leben gebracht
begraben wurde im Abgrund Tod.
Und denke daran
die ihn begruben, die um ihn weinten
erlebten nicht seine Wiedergeburt
keine Rückkehr ins Leben,
als sei nichts gescheh’n.
Alles blieb wahr: die gestorbene Hoffnung,
die Trauer, der Tod.
Als sie ihn sahen,
trug er sogar seine Wunden noch.
Und doch wussten sie: jetzt
blüht uns ein neuer Anfang
wie es noch nie einen gab
weil er, der selber das Leben ist
aus Grabestiefe und Todesnacht
neues Leben erweckt.
Dann mache dich auf
im frühen Licht deines Ostertags
und suche das Leben.
Doch suche es nicht im Grab.
Es begegnet dir anders und neu
befremdlich zuerst,
gezeichnet und zart
mitten im Alltag.
Im Arbeiten, Lieben,
im Hoffen und Trauern,
im Scheitern, Beginnen.
Und mitten in dir.
Susanne Ruschmann
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen